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Hochzeitslocation: check!

Einer der wichtigsten Schritte bei der Hochzeitsplanung ist die Festlegung einer Hochzeitslocation. „Planen Sie hierfür mindestens 12 Monate vor der Hochzeit ein.“ So eine lange Vorlaufzeit? Heute würden wir eher sagen: so kurz?!

Nach unserem Urlaub starteten wir völlig entspannt und ausgeruht in den Alltag und wollten ebenso entspannt mit der Hochzeitsplanung beginnen. Wann genau wir uns das „Ja-Wort“ geben würden, war uns noch nicht ganz klar. Feststand, dass wir im Sommer oder frühen Herbst im darauffolgenden Jahr feiern werden. Das Standesamt vergibt erst ein halbes Jahr zuvor die Termine für die Eheschließung – bis dahin hatten wir noch viel Zeit. Somit schauten vor allem Madeleine und ich nach tollen Dekoideen für die Hochzeit, nach Hochzeitskleidern und Einladungen und ich schob die Suche nach der Hochzeitslocation erstmal etwas nach hinten. Schließlich war gedanklich ja schon alles ausgemacht: wir feiern direkt in Berlin, die Gästezahl beträgt etwa 90, der Rahmen für das Budget steht, wir möchte uns frei trauen lassen – da wird sich schon etwas Tolles finden (und Bezahlbares sicherlich auch). Leider ging der Plan nicht ganz auf.

Villa Blumenfisch

Während ich mir tolle Anregungen auf verschiedenen Hochzeitsblogs holte, entdeckte ich die erste Berliner Hochzeitslocation, die auf den ersten Blick perfekt erschien (und sicherlich auch für viele Hochzeitspaare die perfekte Location darstellt). Villa Blumenfisch, gelegen direkt am Wannsee, ist eine wunderschöne Hochzeitslocation. Phil und ich entschieden uns für ein Datum im August und fragten im März 2017 für August 2018 an. Wir erhielten eine sehr freundliche Antwort, in der uns mitgeteilt wurde, dass wir für einen Termin im August in 3.Option gesetzt werden könnten oder für Anfang Juli die erste Option bekommen könnten. Uns gefiel die Location so gut, dass wir auch bereit waren, den Termin im Juli ins Auge zu fassen.

Aussicht von der Terrasse der Villa Blumenfisch auf den Wannsee

Mit dem überaus freundlichen Organisationsteam vereinbarten wir eine Hausbesichtigung und bei Betreten des Anwesens waren wir noch immer hin und weg. Der Blick auf den Wannsee ist wunderschön und auch die Räumlichkeiten gefielen uns sehr gut. Da ein Großteil unserer Verwandten aus der Pfalz und Süddeutschland anreisen, fanden wir es sehr praktisch, dass die …. Gästezimmer komplett mitgemietet werden müssen. Ich stellte mir schon vor, wie wir am Ufer getraut werden… ich als Braut mit einem kleinen Boot angefahren werde, da erzählte uns die Eventmanagerin von einigen Regeln. Die Musik müsse ab 1 Uhr auf wenige Dezibel reduziert werden – uff! Unsere feierfreudige Hochzeitsgesellschaft dreht ab 0 Uhr erst richtig auf und dann sollen wir schon ab 1 Uhr die Musik nahezu abdrehen?! Wir führten die Begehung höflich zu Ende, doch ich verabschiedete mich immer mehr von der Vorstellung, in dieser wundervollen Hochzeitslocation zu feiern. Im Auto schauten Phil und ich uns an und waren uns einig: eine sehr besondere und schöne, aber nicht unsere Hochzeitslocation.

Veranstaltungslocation Wirtshaus am Schildhorn

Wirtshaus am Schildhorn mit Blick auf die Havel

Nachdem der erste Traum zerplatzt war, verging bis zur nächsten Runde der Suche wieder etwas Zeit. An einem schönen Frühlingstag unternahmen Phil und ich gemeinsam mit seiner Mutter eine Fahrradtour. Sie schlug vor, dass wir uns mal das Wirtshaus am Schildhorn an der Havel als mögliche Hochzeitslocation anschauen könnten und so führte uns die Route dorthin. Ganz spontan, ohne Termin schauten wir uns zunächst den Außenbereich an und bekamen von einem netten Mitarbeiter die vom Tagesgeschäft separierte Fachwerkscheune gezeigt. Dies war der Moment, in dem wir uns in eine Scheune als Hochzeitslocation verliebten. Ein großer Raum, in dem wir alle gemeinsam feiern können – toll! Es schien wieder vieles zu passen, wäre nicht die überhaupt nicht meinem Geschmack entsprechende Bar in türkisgrün und der nicht ganz so hübsche Teppich gewesen. Gut, darüber hätte ich hinweggesehen, wenn dann wirklich alles andere gepasst hätte, und ich überlegte schon, wie viel man basteln und/oder nähen müsste, um die Bar, die zentraler Bestandteil des Raumes war, schöner zu machen. Wir kamen zum nächsten Punkt: eigenes Catering. Eine super Idee von uns, in einem Wirtshaus an ein eigenes Catering bzw. an eigene Getränkelieferung zu denken. Diese Idee wurde – wie nicht anders erwartet – nicht so begrüßt, wie wir hofften. Die Lautstärke der Musik wurde zwar nicht reglementiert wie in der Villa Blumenfisch, aber auch diese Hochzeitslocation ist schön, war aber nicht unsere. Die Suche ging weiter.

Pause

Besser gesagt: die Suche hätte weitergehen sollen, aber nach vielen Emailkontakten und Zusendungen von „Angeboten“, die uns fast die Schuhe auszogen, oder vollen Veranstaltungskalendern bis 2035 legten wir erstmal etwas demotiviert eine kleine Suchpause ein. Wir legten so lange eine Pause ein, bis Fragen wie „Wann heiratet ihr nächstes Jahr genau? Wir nehmen uns dann Urlaub und können dann schon mal planen, wenn wir das Datum wissen.“ Oder „Oh ihr heiratet nächstes Jahr, aber habt noch keine Hochzeitslocation?! Wird das nicht langsam knapp?“ kamen – Ja, in der Tat es wurde langsam knapp, weil die Belegungskalender nicht leerer, sondern voller wurden und der Druck, der allmählich entstand, die Situation auch nicht einfacher machte. So hatten wir uns die Hochzeitsplanung irgendwie nicht vorgestellt. Als wir auf einer Party von einer bekannten Hochzeitsplanerin noch hörten, dass unser Budget bezogen auf unsere Vorstellungen und Wünsche für die Hochzeitsfeier schon sportlich sei, überlegte ich kurzzeitig, ob wir die Hochzeit nicht auf 2019 statt 2018 verlegen sollten … oder eben auf 2035 – dann wären wieder alle Termine frei 😉
Ich recherchierte in alle Richtungen und verbrachte zahlreiche Stunden damit, etwas Passendes zu finden. So schwierig kann das doch gar nicht sein… doch kann es, wenn das Hochzeitspaar ein gewisses Budget einhalten und gewisse Vorstellungen hat. Zumindest machten wir diese Erfahrung.

Schloss Blankensee – wir verlassen Berlin

Mittlerweile dehnte sich unsere Suche auch auf Brandenburg aus. Mich freute es sehr, dass Phil sich endlich mit dem Gedanken einer ländlichen Hochzeit anfreundete, denn diese Erwägung schloss er zuvor komplett aus. Ich fand die Vorstellung von einer Hochzeit im Grünen schon immer romantisch, konnte mich jedoch in unserer anfänglichen Planung mit Phil auf eine Feier im naturreicheren Teil Berlins einigen. Nun dehnte sich unsere Suche aus. Da nun noch mehr Zeit vergangen war, waren viele der schönen Scheunen an unseren Wunschterminen schon gebucht oder für 2018 gar nicht mehr und 2019 nur noch vereinzelt verfügbar. Schade Marmelade, vielleicht doch 2035?! Nein, denn bei meinen umfangreichen Recherchen stieß ich auf die Hochzeitslocation Schloss Blankensee.

Eingangsbereich von Schloss Blankensee

Wieder einmal war ich hellauf begeistert von den Fotos, der Vorstellung in einem Schloss zu feiern und dass alle Gäste im Schloss übernachten könnten, gefiel mir auch. Das Schloss Blankensee stellt mehrere Catering-Optionen zur Auswahl – auch unsere Idee des eigenen Caterings hätte hier reingepasst und sogar unsere Wunschtermine waren noch verfügbar. In meinen Träumen malte ich mir schon wieder alles ganz wundervoll aus ohne die Location überhaupt gesehen zu haben. Dann kam der Tag, an dem wir uns das Schloss anschauten. Der Kontakt zu den Schlossherren war äußerst angenehm und sie nahmen sich sogar an einem Sonntag Zeit für die Begehung. Leider schmälerte sich unsere anfängliche Euphorie mit jedem weiteren Raum, den wir betraten, zunehmend. In meinem Kopf war noch die großflächige Scheune, in die man große Runde Tische stellen kann. Dies ist im Schloss Blankensee zwar auch möglich, jedoch nicht mit unserer Gästeanzahl. Insgesamt war der Partybereich in mehrere Räume aufgeteilt (Buffet-Zimmer, Esszimmer, Präsentations-Raum, Tanz-Foyer), was unseren Vorstellungen einer Hochzeitsfeier nicht entsprach. Ich bin mir sicher, dass kleinere Gesellschaften oder Hochzeitspaare mit anderen Vorstellungen tolle Feiern im Schloss Blankensee erleben und hervorragend von den netten Schlossherren beraten werden, unsere Hochzeitslocation war das Schloss leider – wieder einmal – nicht.

Hurra, wir haben eine Hochzeitslocation gefunden!

Einen Tag, bevor wir uns das Schloss Blankensee anschauten, fuhren wir gemeinsam mit meiner Tante und meinem Onkel nach Kremmen. Durch Zufall war ich auf den Alten Dorfkrug Staffelde nahe Kremmen gestoßen. Wir konnten uns den Hof und die Scheune an diesem Tag nur von außen ansehen, hatten aber schon zu diesem Zeitpunkt einen sehr guten Eindruck von der Hochzeitslocation, die auch für Kongresse und Fachtagungen genutzt wird. Meine Euphorie hielt sich zunächst in Grenzen. Klar, das Gelände und die Scheune sahen toll und gepflegt aus, jedoch dachte ich schon wieder weiter. Wo sollen denn alle Gäste schlafen? In diesem kleinen Ort gab es kein Hotel, das nächst gelegene Hotel ist gleichzeitig eine Hochzeitslocation (Schloss Ziethen) und wie sich später herausstellte, konnte oder wollte man unsere Gäste hier nicht übernachten lassen. Meine Tante, mein Onkel und unsere Eltern lösten uns etwas von diesen Gedanken und meinten, dass wir nun eher darauf schauen sollen, ob uns die Hochzeitslocation bei der Begehung gefalle und ob auch der Rest stimme. Im nächsten Schritt können wir dann überlegen, wie wir die Gästeunterbringung organisieren.
So vereinbarten wir einen Termin und fuhren erneut nach Kremmen zum Alten Dorfkrug Staffelde. Phil und ich waren uns bei noch keiner Besichtigung so sicher und einig: DAS ist unsere Hochzeitslocation. Die restaurierte Scheune ist wunderschön, es passen alle 90 Gäste an große runde Tische und trotzdem wird noch genug Platz für ausgelassene Tänze sein. Die freie Trauung kann auf der weitläufigen Koppel stattfinden, wir dürfen uns um vieles eigenständig organisieren (Catering, Getränke, Deko), der DJ kann so lange und laut Musik spielen, wie ihm und uns lieb ist und insgesamt sind der Hof, die Scheune, einfach die gesamte Anlage sehr gepflegt. In unser Budget passt die Miete auch – uns blieb nichts anderes zu sagen als „JA, hier möchten wir heiraten!“. Übernachtungsmöglichkeiten konnten wir in einem Radius von etwa 15 km organisieren. Damit alle ausgelassen feiern können, werden wir unseren Gästen einen Shuttle-Service anbieten, der sie sicher nach der Hochzeitsfeier zu ihren Unterkünften bringen wird.

Alter Dorfkrug Staffelde // Quelle: IPV GmbH, Alter Dorfkrug Staffelde

4 Comments

  1. Jen

    Wirklich sehr schön geschrieben. Ich hatte fast das Gefühl bei euren Besichtigungen und deiner Suche dabei gewesen zu sein. Toller Beitrag!

    1. Franziska

      Vielen lieben Dank für dein tolles Feedback, liebe Jen!

  2. Janni

    Wundervoll geschrieben. Wir sind auch ewig auf der Suche gewesen und uns ging es ganz ähnlich wie euch. Nun haben wir vor zwei Tagen auch endlich unsere Location gebucht.

    1. Franziska

      Lieben Dank für deine lieben Worte, Janni. Schön, dass ihr nach der langen Suche fündig wurdet und jetzt sicherlich sehr glücklich damit seid. Viel Erfolg und Spaß bei den weiteren Planungen!

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