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#Coronahochzeit von Eda & Mustafa: „Es war ein steiniger aber lohnenswerter Weg, der sich am Ende sowas von ausgezahlt hat“

Eda und Mustafa erlebten während ihrer Hochzeitsplanung ein Wechselbad der Gefühle. Für sie stand fest, dass sie an ihren Hochzeitsplänen trotz Einschränkungen, welche die Corona-Krise mit sich brachte, festhalten möchten. Welche Gefühlswelten die beiden erlebten und wie es dazu kam, dass die beiden doch noch ihre Traumhochzeit feiern durften, lest ihr in unserem Interview mit der bezaubernden Eda.

Wie lange im Voraus hattet ihr eure Hochzeit geplant und habt ihr (z.B. während des Lockdowns) darüber nachgedacht, die Hochzeit zu verschieben?

Wir hatten unsere Hochzeit im September 2019, also ziemlich genau ein Jahr im Voraus geplant. Da unser ursprüngliches Datum der 6. September 2020 war, haben wir zu Zeiten des Lockdowns die ganze Zeit die Hoffnung gehabt, dass alles sich bis dahin beruhigt und wir feiern können, wie wir es uns vorgestellt hatten.


Wie war die Situation mit euren Dienstleistern? Hattet ihr schon vor dem Lockdown alle Dienstleister gebucht und bereits eure Eheringe/ Hochzeitskleid / Anzug gekauft?

Wir hatten tatsächlich alles bereits gekauft und waren ready! Mit unseren Dienstleistern standen wir durchweg in Kontakt und sie haben uns alle sehr beruhigt und uns in der Ungewissheit auch mental unterstützt!

Musstet ihr umplanen? Die Gästeanzahl verringern?

Je näher unsere Hochzeit rückte, desto unruhiger wurden wir. Unsere standesamtliche Feier war im Juli und im Mai sah es noch so aus als dürften unsere Eltern bei der Trauung nicht dabei sein. Ich wollte es einfach nicht wahrhaben. Man freut sich so sehr auf diesen Tag; darauf, dass man ihn mit den Liebsten teilen kann und dann kommt Corona.

Gott sei Dank wurde die Zahl dann im Juni auf 13 erhöht und unsere Eltern waren in diesem besonderen Moment bei uns.

Die Zeit zwischen der standesamtlichen Trauung und der Hochzeit, kann ich eigentlich nur als eine Achterbahnfahrt der Gefühle beschreiben.

Jeden Morgen war das Erste was ich tat die RKI-Seite zu besuchen und die Fallzahlen zu verfolgen. Ich kannte jede Veränderung, jeden Podcast und Prognose, Ausbruchsorte etc. Ich glaube zu der Zeit hätte man statt mit Drosten, auch mit mir sprechen können 😀
Dazu muss ich sagen, dass wir ursprünglich eine Hochzeit mit 600 Personen geplant hatten. Eine große türkische Hochzeit sollte es werden.
Im Mai hatte ich mich von dieser Planung bereits verabschiedet und hoffte einfach nur, dass wir überhaupt, auch wenn mit deutlich weniger Gästen, feiern dürfen.

Als es am 13. Juli dann hieß: Die Gästeanzahl ist auf 150 Personen erhöht worden, war ich kurzzeitig der glücklichste Mensch! Mit der Zahl 150 konnten wir definitiv etwas anfangen! Der Juli verlief also damit, zu planen, wie wir die Hochzeit gestalten, wenn es bei den 150 bleibt. Insgeheim hofften wir sogar auf eine erneute Erhöhung. Bis der August kam.

Da ich die Fallzahlen jeden Tag beobachtete bemerkte ich Anfang August bereits die negative Tendenz. Es beunruhigte mich sehr.
Es wurde immer schlimmer. Die Zahl stieg und stieg. Damit auch die Diskussionen über weitere Einschränkungen. Mitte August fing der Gesundheitsminister an, insbesondere die Hochzeitsfeiern ins Visier zu nehmen und unter anderem als Grund für den Anstieg zu bezeichnen. Immer mehr Politiker sprachen davon die Gästezahlen wieder zu verringern.

Ich war nur noch ein Nervenbündel. Drei Wochen bis zur Hochzeit und alle sprechen über weitere Einschränkungen.

Die Einladungskarten sind gedruckt, alle Dienstleister für den 6.9. gebucht.

Die stimmen in der Politik werden immer lauter, die Zahlen von Tag zu Tag höher. Es sieht nicht gut für unsere Hochzeit am 6.9. aus.

Am 17.8. haben wir uns mit dem Saalbetreiber zusammengesetzt und dieser hat uns angeboten die Hochzeit auf den 30.8 vorzuverlegen. Er sagte, dass ihn die Entwicklungen ebenfalls beunruhigen und er denkt, dass es sicherer für uns wäre die Hochzeit im August zu machen.

In einer Nacht und Nebel-Aktion planten wir alles um.

Erst sagten wir unseren Familien Bescheid.
Dann kümmerten wir uns um alle Dienstleister, die für den 6.9. gebucht waren. Wie durch ein Wunder konnten alle auch am 30.8. dabei sein.

Wie sind eure Hochzeitsgäste mit der Planungsunsicherheit umgegangen? Gab es Ängste bzgl Ansteckung?

Als wir unsere Hochzeit dann um eine Woche vorzogen, gab es natürlich einige, die nicht dabei sein konnten. Viele befanden sich auch im Urlaub. Drei bis vier enge Freunde konnten aus diesem Grunde nicht dabei sein, was sehr traurig war, aber in dieser Zeit dachte ich nur noch daran die Hochzeit durch zu ziehen. Ansonsten waren alle sehr verständnisvoll und hilfsbereit.

Wie verliefen eure JGAs?

Da wir die Hochzeit um eine Woche vorgezogen haben, konnte mein JGA, welcher für den 29.8. geplant war, leider nicht stattfinden.

Habt ihr während eurer Hochzeitsfeier Einschränkungen gespürt? Welche Auflagen mussten eingehalten werden und wie war das für euch und eure Gäste?

Unser Dienstleister ist äußerst professionell mit allen Auflagen umgegangen. Es wurde eine Teilnehmerliste geführt und auf Hygienevorschriften und Abstandsregelungen geachtet. Ansonsten haben wir keinerlei Corona-Defizite auf unserer Hochzeit gespürt.
Trotz und vielleicht auch wegen Corona waren alle unglaublich bemüht den Tag mit uns zu genießen und Spaß zu haben. Ich hätte es niemals gedacht, aber es war der schönste Tag meines Lebens. Eine Traumhochzeit zu Corona-Zeiten. Es war ein steiniger aber lohnenswerter Weg, der sich am Ende sowas von ausgezahlt hat.

An alle Coronabräute da draußen: nicht aufgeben und für euren großen Tag kämpfen!

Sah sie nicht wunderschön aus? Eda, die zauberhafte Braut.

Herzlichen Dank an Eda und Mustafa, dass wir an eurer aufregenden und doch wunderschönen Geschichte mit Happy End teilhaben durften. Eure Hochzeitsfotos sagen mehr als 1000 Worte. Ihr seht ganz bezaubernd aus und wir wünschen euch für eure gemeinsame Zukunft nur das aller Beste.

Wenn ihr noch mehr Fotos von Eda und Mustafa sehen möchtet, besucht doch mal Edas tolle Instagramseite: edamer20

Hochzeitslocation: Vitrin Cologne Fotograf: Deniz Erol Braut Make-up: Make-up Artist Özlem Hairstyling: deryakhairstyle

2 Comments

  1. Veronika

    Das war ja wirklich das reinstes Gefühlschaos und doch hat sich am Ende alles zum Positiven gewendet. Vielen Dank für den tollen Beitrag und die „Coronahochzeit-Reihe“ – das macht mir als Braut, die in knapp 4 Monaten heiraten möchte, in diesen schwierigen Zeiten Mut weiterhin positiv gestimmt zu bleiben.

  2. Sozusagen ein HappyEnd. Dennoch ist die aktuelle Corona Situation wirklich sehr schwierig für alle Paare 🙈 wir als Hochzeitsvideografen haben auch mit erlebt wie viele Hochzeiten verschoben oder gar abgesagt sind. Und Dank steigenden zahlen, bei einem Paar schon zum zweiten Mal verschoben 🙈 trotzdem darf man natürlich nicht den Mut verlieren wie dieser toller Artikel von euch zeigt 👍 wo ein Wille ist, ist auch ein Weg.
    Sonnige Grüße von Helena und Tobias
    http://www.Hochzeitsfilm.org

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